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Wie alles begann…

Damals, ich arbeitete als bildende Künstlerin, suchte ich für ein Projekt, das mir sehr am Herzen lag, nach einer Brücke zwischen modernen Positionen und der alten holländischen Porträtmalerei. Ich liebte das Licht von Vermeer. Entstehen sollte ein Dialog zwischen damals und jetzt, eine Referenz mit zeitgenössischen Stilmitteln.

Für die Umsetzung fiel meine Wahl auf die Fotografie. Es entstanden lebensgroße Porträts, sehr minimalistisch in der Anmutung. Aufgenommen vor einem schwarzen Hintergrund war nur die Haut der Menschen zu sehen. Kein Raum, der das Geschehen näher definierte, keine Kleidung und kein Accessoire. Jedes Bild war auf eine Holztafel kaschiert und in einem Guss mit einer Mischung aus verschiedenen Wachsen und Harzen überzogen. Nur aus einer bestimmten Distanz heraus erreichte das Bild eine klare Abbildung. Kam man zu nah, entzog es sich.

Es war wie ein Blick in die Zeitlosigkeit, in dem man ein Spiel aus Nähe und Distanz beobachten konnte, aus der Abbildung und dem leeren Raum drum herum.

Porträt der Fotografin Martina Thalhofer

Mit diesen Arbeiten fing die Fotografie an, mich in ihren Bann zu ziehen. Das ist bis heute geblieben. Und bis heute mag ich es, wenn sich in den Bildern ein Zwischenraum auftut. Etwas, was undefinierter ist, ein Blick, eine Geste.